Obs stürmt oder schneit

Die ersten Sturmschadenmeldungen sind eingegangen. Sie halten sich in Grenzen. Ein paar Dachziegel, Carportbedachung, Sichtschutz im Außenbereich, Vordächer …. Der Chef läuft da zur Hochform auf und möchte alles selbst managen. Mit einer Regulierungsvollmacht ausgestattet, verteilt er das Geld nach links und rechts. Es ist ja auch nicht sein eigenes. Man muß ihm aber Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er schaut schon auf die Kosten. Jetzt ist er in den Osterurlaub angereist. Und der Blogwart macht drei Kreuze.

Draußen ist ein Baum umgestürzt

Eine Pappel. Naja, Es stürmt ja auch. „Sagen Sie mal“, fragt der Kunde am Telefon, „warum ist denn meine Wohngebäudeversicherung wieder teurer geworden?“ Weil der Blogwart seinen Urlaub nicht mehr im Harz sondern auf Tahiti machen will. Deshalb! Außerdem braucht er ein neues Auto und seine Wohnung eine Renovierung.

Nein, nun mal im Spaß, Stürme kosten Geld. Den Versicherer. Der soll den Schaden ja reparieren lassen. „Aber ich habe doch gar keinen Schaden gehabt“, empört sich der Anrufer, „noch nicht mal einen Sturm!“ Und auch keine Schadenfreiheitsklasse. Wie beim Auto. Möchte der Blogwart hinzufügen.

Da haben Leute jahrelang ihren Beitrag in die Wohngebäudeversicherung gezahlt, bis die 3450 € voll waren und dann kommt ein Sturm und deckt das Dach für 10000 € ab und wer muß dafür bluten? Der ohne Sturm. Das ist so etwas von sozial entschädigungsungerecht!

Aber Stürme sind ja das geringste Problem. Sie sind nur spektakulär. Welche Zeitschrift würde schon Fotos von einem Leitungswasserschaden bringen? Da würde jeder Leser doch sofort weiterblättern. Oder nicht?

Alle Mann von Bord

Gestern hat der Kundenberater aufgegeben und gekündigt. Der Chef war gleich persönlich beleidigt. Ich sag ihm, Chef, brauchst gar nicht beleidigt zu sein, wenn Du ihn nicht unterstützt, es Dich nicht interessiert, warum er nicht verkauft, er Dir, schlicht gesagt, am Allerwertesten vorübergeht, mußt Du Dich nicht wundern, wenn er sich Versicherer sucht, die sein Bemühen zu schätzen wissen. Hat der Chef das verstanden? Nein. Er glaubt immer noch, wir stecken im Jahr 2002 fest, als er in dieser Branche angefangen hat.

Hier dümpelt noch ein Azubi herum, den sich der Chef aus einer Laune heraus zugelegt hat. Blogwart, hat der Chef gesagt, wäre es nicht schön, einen Azubi zu haben, melde uns mal beim Arbeitsamt, daß wir einen suchen. Jetzt hat er den Azubi und hält ihn wie ein besonderes Urlaubsfoto oder eine Trophäe. „Schau mal, wir haben jetzt einen Azubi.“ Aber beschäftigen will der sich nicht mit ihm. „Du machst das schon.“

Der Azubi ist nett aber eine Schlaftablette. Initiativlos. Muß „zum Jagen getragen“ werden. Für den Beruf ungeeignet. Bis jetzt. Aber Wunder gibt es immer wieder. Und die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Am gestrigen Abend rief eine Kundin, Lehrerin, aufgeregt an. Der Vater einer andersbegabten Schülerin hatte Anzeige wegen Diskriminierung der Tochter erstattet. Das Goldkind war nicht zur Klausur erschienen und lieferte auch keine Entschuldigung für ihr Fernbleiben. Nun ist es an dieser Schule so üblich, fehlt wer unentschuldigt beim Test, gibt es eine 6. Anstatt der Vater nun seinem Mädchen den Arsch vollhaut, schreit er „Diskriminierung! Mein Schatz hat eine 6 bekommen, weil sie drei Augen und einen Pferdefuß hat oder andere geistige Vorteile!“ Und rennt zur Polizei. Diese telefonierte mit der Lehrerin, die unsere Kundin ist,  und bat sie zu einem klärenden Gespräch ins Revier.  Unsere Kundin wollte nun wissen, ob das im normalen Privatrechtsschutz versichert ist. Ein schwieriger Fall, der erst nach einem ausgiebigen Telefonat geklärt werden konnte und dem Wälzen der Versicherungsbedingungen, die so formuliert sind, daß sie kaum ein Mensch begreift. Noch nicht einmal wir.

Der Chef nun, in seiner Herzensnaivität, : „Geh ruhig zur Polizei und mach Deine Aussage, Du hast ja nichts Schlimmes getan, noch nicht mal die 6 selbst gegeben, nur das Fehlen festgestellt, was soll Dir passieren, wenn selbst der Schulleiter mitkommt.“ Da hat ihn der Blogwart gefragt, ob er schon einmal den Namen Kachelmann gehört hat. Da ging es zuerst auch nur um ein klärendes Gespräch. „Aber das kannst Du doch nicht vergleichen.“ Doch, kann ich schon.

Deutsche Kunden immer blöder

Meine Güte, anstatt, daß „Verbrauchermagazine“ die Kunden zum Jahreswechsel aufhetzen, Kfz-Versicherungen zu kündigen, sollten Sie den Leser besser hilfreiche Tips für das Schreiben von Briefen geben. Zum Beispiel, wie schreibt man an Versicherungen, um seinen Haftpflichtschaden reguliert zu bekommen. Muß man die eigene Adresse angeben oder kann der Versicherer den Absender auch erraten? Sollte so ein Brief auch unterschrieben werden oder ist das Beharren auf einer Unterschrift Ausdruck ungesunden Mißtrauens? Und muß man denen mitteilen, wieviel die Reparatur kostet oder drehen die eh nur am Glücksrad? Das wäre doch hilfreich. Oder nicht?

Aussitzen ist auch keine Lösung

Stolz kam letzte Woche eine Versicherungskundin zu uns. „Das Ordnungsamt hat mir Post geschickt“. Das liebe Ordnungsamt hatte der Familie mitgeteilt, daß ihre Fahrzeuge nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen wären und sie sollte sich, zur Vorlage bei der  Kfz – Zulassungsstelle, neue elektronische Versicherungsbestätigungen zusenden lassen.  Um diese zu erhalten, legte die Kundin frohgemut die Einzahlungsbelege für die, seit September letzten Jahres,  fehlenden Versicherungsbeiträge vor und hoffte, die Sache wäre damit erledigt.

Aber auch unser Einfluß hat Grenzen. Nach einem Gespräch mit der Kfz – Abteilung erfuhren wir, daß die Forderungen zu den Versicherungsbeiträgen schon beim Gerichtsvollzieher liegen, es gäbe aber die Möglichkeit, falls die Kundin den auch nicht bezahlten Beitrag zu ihrer Unfallversicherung ausgleiche, daß wir sie weiter versichern könnten. Der fehlende Betrag war ein wenig über 100 Euro aber den zu bezahlen, überstieg die Möglichkeiten der Kundin.

Der Chef, der in der Zwischenzeit, in der wir auf Antwort aus der Fachabteilung warteten, die Kundin zum Heulen gebracht hatte, als er sein Unverständnis dazu äußerte, wie man so blöde sein kann, seine Post nicht zu öffnen oder es als Buchhalterin nicht bemerkt, daß die monatlichen Abbuchungen nicht stimmen oder daß keine Versicherungsbeiträge mehr abgehen, konnte nur noch sein Bedauern ausdrücken.

Hinterher meinte er: „Rauchen, Hund halten, ein Haus finanzieren, zwei Autos betreiben, merken die denn nicht, daß sie sich finanziell übernommen haben?

Rot macht nicht wirklich schlank

meinte der Chef mit Blick auf mein kürzlich bei Charles Voegele erworbenes Shirt. Nur im Bürostuhl sitzen aber auch nicht. Gestern erzählte der Chef, er wäre früher regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen. Täglich. Und was hält ihn heute davon ab? Die eigene Faulheit. „Wenn wir uns ein neues Büro einrichten, dann kommt aber ein Fitnessraum hinein“, meinte der Chef, bevor er sich ein neues Büro einrichtete. Das wartet immer noch auf einen Ort, an dem er sich körperlich betätigen kann. Gute Vorsätze sollen ja den Weg zur Hölle pflastern. Alternativ mampft er ein limitiertes Pausenbrot mit reichlich Obst und Gemüse und trinkt Wasser nach Fahrplan. Ob er aber auf die Art und Weise schon abgenommen hat, hat er nicht verraten. Stattdessen, also, anstatt ins Fitnessstudio zu gehen, surft er lieber im Internet nach Schnäppchen. „Schlank im Schlaf“ hat bisher auch keine Ergebnisse gebracht. Allerdings, die Bemerkung über das Rot, das nicht wirklich schlanker macht, zeigt schon erste Zeichen aufkeimenden Hochmuts dessen, dem es gelungen ist, der Waage einige Gramm abzutrotzen. Der Blogwart war ja auch mal so, hatte sich übers Jahr auf 73 kg runtergehungert und dann alle voller Verachtung angeblickt, die mehr Kilos auf den Rippen hatten, die Weicheier!